Dienstag, 8. September 2015

Shishi odoshi - Springbrunnen auf die japanische Art


So meine sommerliche Blogpause ist hiermit offiziell beendet, liegt wohl daran, dass ich im Urlaub nur mit dem Tablet online war, und da ist es nicht so einfach sinnvolle Texte zu schreiben.
Ich möchte Euch heute ein älteres Projekt zeigen (habe es vor 2 Jahren gebaut), und möchte ein paar Änderungsvorschläge einbringen, was ich heute anders machen würde.


In einer der unzähligen Wiederholungen von Kill Bill Vol. I sielt ein Bambusspringbrunnen eine stille Hauptrolle, und da dachte ich mir, das kann ich auch. Aber wie heißt das Ding?
Nach einer langen Recherche im Netz, bin ich über ein Video von dem "Heimwerkerstar" Steve Ramsey gestolpert, o.k, das Ding ist ein shishi odoshi - oder kurz übersetzt ein Tierschreck. Nur die Ausführung von Herrn Ramsey hat mir absolut nicht gefallen, und dachte mir: Das mache ich deutlich besser!

Also ein paar Bambusstangen gekauft, Bretter, Teichfolie, Pumpe und Schlauch waren vorhanden.
Mit meiner Frau kurz beraten, ob es so gehen könnte, wie ich mir das vorgestellt hatte, und ich bekam gleich mal eine optische "Watschn", da meiner Frau ein rechteckiges etwas nicht gefallen hat.... Sie wollte ein 6-Eck als Grundform! O.K. Erste Planung musste ich kübeln!

Also den Zuschnitt mit der Kappsäge erledigt, und wider Erwartung sogar den richtigen Winkel geschnitten! Alle Bretter geschliffen und mit Leim und Zuhilfenahme des Drucklufttackers zu einem 6-Eck verbunden.















Dann eine Erhöhung und zusätzliche Versteifung geschnitten, und verschraubt, da ich sonst viel zu viel Wasser im Becken gehabt hätte. Einen Zwischenboden passend geschnitten und festgestackert.
















Dann ging es an den Wasserauslauf und den Klappmechanismus. Gar nicht so einfach so etwas zu realisieren! Die Höhe war rasch klar, dieses Stück mit dem Spindelschleifer innen abgerundet, so dass der eigentliche Auslauf draufgepasst hat. Einen Schlauch durchgefädelt, der mit der Pumpe verbunden wurde, und den Auslauf mit Leim und Bast verbunden. den Auslauf habe ich mittels Lochband an die Wand geschraubt, da dies ja von der Teichfolie später bedeckt wird. Den Klappmechanismus habe ich aus 2 kurzen Stücken und 2 Holzdübel, die in das lange Stück eingreifen gefertigt, aber: Es gibt Bambusrohre, die haben in der Mitte ein Loch! Nicht so sehr vorteilhaft, wenn man das Wasser im Brunnen halten will! Kurz nachgedacht, und das Loch mit Sanitärkit gestopft, nicht schön aber hält noch immer dicht!








 
Dann habe ich mit meiner Frau das becken mit Teichfolie ausgekleidet,  und diese am Rand festgestackert. Das erste Herumgepritschel führte zu der finalen Einstellung des Springbrunnens.

Ich habe dann ein paar Bambusstücke der länge nach halbiert und einen Kranz gebastelt, der die Teilfolie oben abdeckt, schließlich soll ja auch die Optik passen. (Als erster Zusammenhalt habe ich den Kranz nur mit Heißkleber fixiert, dann natürlich verschraubt) Auch die Seitenbekleidung habe ich auch halbierten Bambusstücken gemacht, diese mit Spanngummies am Brunnen gehalten, zur Feststellung des idealen Platzes, und dann verschraubt.






Nachdem die Funktion gegeben war, haben wir ca. 25 Kilo weißen Dekokies eingefüllt, und das ganze nach draußen getragen, auf den eigentlich geplanten Aufstellungsort.


Doch leider veralgte das Wasser zu schnell, und da das Algengegenmittel nicht unbedingt gut für Vögel sein kann, bzw. für Katzen, die sich die Vögel holen; haben wir den Springbrunnen in den Vorraum gestellt, wo er seit 2 Jahren seinen Dienst versieht!

Zu den bis jetzt durchgeführten Verbesserungen:
  • Das Wasser läuft auch an der Unterseite des Klapprohres entlang, und somit aus dem Brunnen. Hier habe ich mir Abhilfe geschafft, in dem ich Wassereisstäbchen aufgeklebt habe, und als das noch immer zu wenig war, habe ich jetzt auch noch einen Kronenkorken draufgeklebt. Jetzt bleibt das Wasser im Brunnen!
  • Der Springbrunnen hat eine magische Anziehungskraft auf Kinder; also sollte man die Verbindungen besser verkleben, oder noch besser verschrauben. Nach jedem Besuch habe ich die ehrenvolle Aufgabe, den Brunnen neu zu justieren. 

Aber jetzt kommen wir zu dem, was mich wirklich stolz macht: Steve Ramsey hat in seinem heurigen Review-Video gezeigt, was aus seinem Shishi-odoshi geworden ist, dieser sieht sehr traurig aus, und funktioniert nicht mehr. Meiner schon, und das trotz 3 Kindern im Haus, und etlichen Besuchen mit Kindern vom Babyalter bis zum Schulkindalter!



Sonntag, 26. Juli 2015

Flaschenschneider im DIY


Ich möchte mir auch so ein Windlicht aus einer Bierflasche drechseln, dazu benötige ich aber eine geschnittene Flasche...
Im Onlineversand an die 23€ + Versand; für einen Versuch ist es mir das nicht wert, also ran ans Werk!
In Summe hat mich der Spaß, knappe 10€ gekostet, und ist für ein funktionierender Prototyp, wo man über diverse optische Mängel hinweg sehen darf...
Meine erste Herangehensweise an das Thema Glas schneiden, habe ich mit meiner Bierflaschenlampe gehabt, aber jetzt brauche ich keinen 45° Schnitt sondern einen geraden, man möchte ja schließlich nicht, dass das Windlicht umfällt...
Also ein passendes Brett vom restholz genommen, geschnitten und mit der Oberfräse 3 mal geschlitzt, davon 1 mal ganz durch.

Dann den Rest des Brettes hergenommen, und die Führungen für Flaschenboden, Mitte und Flaschenhals geschnitten, verschraubt, mittig vorgebohrt für die Stellschraube und mittels Dübel (etwas kleiner geschliffen) in die Führungen eingesetzt.
Dübel kleiner geschliffen

Ansicht von unten

Dübel abgelängt

Flaschenbodenhalterung fertig
Dann überlegt, wie ich den (bereits vorhandenen) Glasschneider montiere, dies habe ich einfach mit 2 Brettern, einem Schanier und ein paar Schrauben gelöst.



Dann das übliche heiß- kalt Schema, und fertig ist die erste Flasche...


Sonntag, 19. Juli 2015

Ich drechsle mir eine WC - Säule (mit Hindernissen)

Irgendwie hat mich der Wahnsinn gepackt, und ich wollte mir eine WC-Säule drechseln, aber nicht so, wie beim letzten Mal, sondern alles...
Überlegung dazu: NULL!
Also mal ein paar Fichtenleimholzplatten vermeintlich passend geschnitten, und die Inneren mittig gefräst, für den WC-Papier Halter. Aber hoppala, beim Verleimen, wird das nicht mittig....
Also kurzer Hand einfach die mittleren Platten passend geschnitten, wird das ganze halt kleiner...










Nach gefühlten 3 Wochenenden hatte ich endlich das Holzpaket verleimt, naja eckig war es ja schon mal, jetzt muss es nur noch rund werden...













Nach einem Abend an der Drechselbank beim grob rund machen, und einem weiteren Abend beim Schleifen, war es annehmbar für die weitere Bearbeitung...
Mit dem Linienlaser die weiteren Schnitte angezeichnet, und den ursprünglichen WC-Papierauslass vorgebohrt und mit der Stichsäge rausgeschnitten, ebenso die Türe mit der Stichsäge herausgeschnitten, wobei ich diese auch als Tauchsäge eingesetzt habe.














Dann einmal die Schaniere für das Türl festgeschraubt (Außen deswegen, weil es für innen zu viel Platz weggenommen hätte, Sollte ich wieder so etwas machen, sehe ich Topfbandschaniere vor... Dann die Halterung für die WC-Bürste geschnitten und mittels Undercover-Jig von Wolfcraft verschraubt.









 Dann habe ich den Deckel für unten geschnitten und verschraubt (sieht ja keiner...) und den oberen Deckel geschnitten, zerteilt und den kleinen Teil verleimt. Da ich keine so langen Zwingen hatte, musste halt ein dementsprechender Holzblock als Gewicht herhalten. Am nächsten Tag habe ich mit Hilfe der Unterlage meines Abstechers die Schaniere montiert.














Noch schnell einen Knauf gedrechselt, und eine Ablage oberhald der WC-Bürste für Reinigunstabs, etc. festgeschraubt.














Auch die WC-Papierhalter gedrechselt (2 Stk), da ich geplant hatte oben eine Ersatzrolle zu montieren, aber....
Bei der ersten Anprobe (eine endlose Fummelei, das Papier da durch zu bekommen) stellte ich fest, dass erstens das Papier über die Tür hängt, und zweitens, dass ich so eine Fummelei nicht mag.
Also Plan B!

Ich habe mein ursprüngliches Führungssystem verworfen, die Nuten mittels angeschraubter Holzdübel passend verkürzt, und einen Papierauszug oben mit der Stichsäge geschnitten. Den Schlitz unten habe ich gelassen, vielleicht wirft ja jemand Post rein :-))

Erste Anprobe: sieht doch gleich besser aus!
Also Streichen!

 Nachdem der Lack trocken war, mit Papier bestückt, den Platz unter der aktiven Rollen für 2 Reserverollen genützt, die Bürste an den Platz gegeben, und fertig!